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Kindererziehung und Rente

Crash-Kurs Rente

Ob Sie später Anspruch auf eine Rente haben, hängt davon ab, wie lange Sie Rentenbeiträge bezahlt haben (Beitragszeiten). Für die Erfüllung der „Wartezeit“ auf die Rente (mindestens 5 Jahre bei Regelrente, 35 Jahre bei Altersrente) zählen auch Ausbildungs- oder Kindererziehungszeiten (Berücksichtigungszeiten) mit.

Wie viel Rente Sie bekommen, hängt ab von vier Faktoren:

  • Die Höhe Ihrer eingezahlten Rentenbeiträge wird in so genannte „Entgeltpunkte“ umgerechnet. Die durchschnittlich pro Jahr von allen Arbeitnehmern Deutschlands bezahlten Rentenbeiträge entsprechen dem Entgeltpunkt „1“. Wer überdurchschnittlich verdient, hat einen Entgeltpunkt über 1, wer unterdurchschnittlich verdient, einen Entgeltpunkt unter 1.
  • Der Aktuelle Rentenwert eines Entgeltpunktes beträgt momentan 28,07 EUR.
  • Zusätzlich hängt die Rentenhöhe davon ab, wie alt Sie bei Rentenbeginn sind (Rentenzugangsfaktor) und
  • davon, was Sie für eine Rente beantragen (der Rentenartfaktor für die normale Altersrente ist „1“).

Diese vier Werte werden bei der Rentenberechnung miteinander multipliziert.

Kindererziehung und Rente

Kindererziehungszeiten sind Beitragszeiten. Als Mutter bekommen Sie für jedes Kind, das Sie in Deutschland erzogen haben, Kindererziehungszeiten in der Rentenversicherung anerkannt, und zwar drei Jahre, wenn das Kind ab dem 01.01.1992 geboren ist (für davor geborene Kinder wird ein Jahr angerechnet).

  • Konkret heißt das: Nach der Geburt Ihres Kindes werden Ihre Beiträge zur Rentenversicherung vom Bund gezahlt, und zwar in „durchschnittlicher“ Höhe (für jedes Erziehungsjahr wird Ihnen ein Entgeltpunkt gutgeschrieben). Demnach würden Sie sich durch drei Jahre Elternzeit momentan pro Kind dreimal 28,07 EUR, also 84,21 EUR mehr an monatlicher Rente „erarbeiten“.
  • Die Kindererziehungszeiten werden der Person zugeordnet, die das Kind überwiegend erzogen hat. Mutter und Vater können die Zeiten auch aufteilen. Bitte beachten Sie, dass eine Aufteilung nur für künftige Kalendermonate beantragt werden kann (rückwirkend für höchstens 2 Monate vor Abgabe der Erklärung). Sonst wird die Erziehungszeit automatisch der Mutter zugerechnet.

Kindererziehungszeiten sind Berücksichtigungszeiten. Für Mütter, deren Kinder ab dem 01.01.1992 geboren sind, zählen die ersten zehn Lebensjahre bei der 35-jährigen Wartezeit auf die Altersrente als Berücksichtigungszeiten (bei davor geborenen Kindern sind es drei Jahre).

  • Wenn Sie ab dem vierten Lebensjahr des Kindes wieder arbeiten gehen, aber „unterdurchschnittlich“ verdienen, weil Sie z. B. nur eine Teilzeitbeschäftigung haben, werden Ihre Rentenbeiträge um 50 % (max. um einen Entgeltpunkt) aufgestockt.
  • Wenn Sie gleichzeitig mehrere Kinder erziehen und deswegen nicht berufstätig sein können, wird aus der „doppelten“ Berücksichtigungszeit eine Beitragszeit. Hierfür bekommen Sie pro Jahr 1/3 Entgeltpunkt gutgeschrieben (was einer monatlichen Rentenhöhe von 9,15 EUR entspricht).

Dies sind ab 2002 gültige Regelungen. Für Frauen, deren Kinder schon älter sind, gelten andere Bestimmungen.

Im Normalfall werden dem Rentenversicherungsträger alle Geburten mitgeteilt. Sie bekommen dann ein Informationsschreiben über die Erziehungs- und Berücksichtigungszeiten. Damit diese Zeiten in Ihre Rentenberechnung miteinbezogen werden können, müssen Sie einen Antrag stellen. Dazu gibt es keine Fristen – die Zeiten können sowieso erst komplett in Ihr Rentenkonto eingetragen werden, wenn das Kind 10 Jahre alt ist.

  • Ausnahme: Wenn die Zeiten nicht der Mutter, sondern dem Vater zugerechnet werden sollen, müssen Sie die Aufteilung der Zeiten vorher „erklären“. Die nötigen Formulare hierzu finden Sie unter www.deutsche-rentenversicherung.de.

Bei konkreten Fragen setzen Sie sich am besten mit der Rentenstelle in Ihrem Rathaus oder den Rentenversicherungsträgern in Verbindung.

Es gibt auch eine kostenfreie Info-Hotline unter 0800 / 1000 480-24.