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Wenn das Geld zum Leben nicht reicht

Wenn das Geld zum Leben nicht reicht, kann das verschiedene Ursachen haben:

  • Weil Schulden zu tilgen sind, wird das monatliche Einkommen von den Abzahlungsraten „aufgefressen“.
  • Man gibt monatlich mehr Geld aus, als man zur Verfügung hat. Man hat Schwierigkeiten, seinen Haushalt finanziell zu führen und sein Geld einzuteilen.
  • Man verliert die Arbeit und das Einkommen fällt weg.
  • Durch die Geburt des Kindes hat sich die Familie vergrößert - aber das Einkommen nicht. Im Gegenteil: Oft fällt die Mutter als (Mit-)Verdienerin aus und das Familieneinkommen sinkt.

Was kann man tun?

Wenn Sie Schulden haben

Wenn Sie Schulden haben, können Sie sich an die Schuldnerberatung (beim Landratsamt oder der Diakonie) wenden. Dort erhalten Sie Beratung und Hilfen zur Schuldenregulierung. Da die Wartezeiten für einen Termin sehr lang sind, empfehlen wir Ihnen, sich möglichst frühzeitig in die Warteliste aufnehmen zu lassen. Allerdings sind telefonische Erstberatungen zu den Sprechzeiten der Schuldnerberatung möglich. Menschen, die Arbeitslosengeld II beziehen, bekommen über das JobCenter schneller einer Termin. 

Um zu verhindern, dass Sie lebenslang verschuldet bleiben, besteht zumeist die Möglichkeit außergerichtlicher Vereinbarungen mit den Gläubigern oder aber eines Verbraucherinsolvenzverfahrens mit sechsjähriger Wohlverhaltensphase und anschließender Restschuldenbefreiung („Privatinsolvenz“).

Wer mehr Geld ausgibt, als er einnimmt

Wer mehr Geld ausgibt, als er einnimmt, sollte sich als erstes einen Überblick über seine monatlichen Ausgaben und Einnahmen verschaffen: Schreiben Sie doch einmal drei Monate lang bei jedem Euro auf, wofür Sie ihn ausgegeben haben, und notieren dazu die jährlichen Kosten wie Versicherungen und monatliche Ausgaben wie Miete, Strom, Abzahlungsraten. Dann kann man überlegen und entscheiden, wo und wie Einsparungen nötig und möglich sind. Einen „Haushaltsplan“ können Sie auch zusammen mit einer Schwangerenberatungsstelle erarbeiten.

Wenn Sie Ihre Arbeit verloren haben

Wenn Sie Ihre Arbeit verloren haben, bekommen Sie Arbeitslosengeld I. Dazu müssen Sie innerhalb der letzten drei Jahre vor der Arbeitslosigkeit insgesamt mindestens 12 Monate versicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein. Das Arbeitslosengeld beträgt ungefähr 60 % des pauschalierten Nettoentgeltes (wenn Sie Kinder haben 67 % des pauschalierten Nettoentgeltes).

Wenn Sie nur über ein geringes Einkommen verfügen

Oft reicht das Geld trotz Sparsamkeit nicht aus, weil es einfach zu wenig ist. Wer nur über ein geringes Einkommen verfügt, hat möglicherweise Anspruch auf öffentliche Hilfen und Vergünstigungen:

  • Kinderzuschlag
  • Wohngeld
  • Leistungen für Bildung und Teilhabe (für Familien, die kinderzuschlag, Wohngeld, Arbeitslosengeld II oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen)
  • Familien mit niedrigem Einkommen und Arbeitslosengeld-II-Empfänger können beim Jugendamt beantragen, dass die Kindergartengebühren übernommen oder bezuschusst werden. Auch bei den Kosten für Tagesmütter oder Krippenplätze können Sie sich an das Jugendamt wenden.
  • Die Kosten für ärztlich verordnete Verhütungsmittel (Pille, Spirale, etc.) werden für Geringverdienende und Arbeitslosengeld-II-Bezieherinnen vom Kreissozialamt übernommen. Dazu müssen Sie dort einen Antrag stellen (bevor Sie diese Verhütungsmittel kaufen!!)
  • Arbeitslosengeld II-Bezieher können die Befreiung vom Rundfunkbeitrag beantragen (GEZ, Formulare gibt es beim Rathaus oder unter www.rundfunkbeitrag.de). Mit dem Bescheid über die Rundfunkbeitragsbefreiung oder dem Nachweis über BAföG-Bezug können Sie dann auch einen verbilligten „Sozialtarif“ für Ihren Telefonanschluss bei der Telekom beantragen.
  • Manche Städte und Gemeinden haben einen „Berechtigungsschein“ oder „Sozialpass“ für geringverdienende Familien, der ihnen Vergünstigungen einräumt (z. B. verbilligten Eintritt ins Schwimmbad, etc.) Mit diesem Sozialpass oder Berechtigungsschein können Sie in bestimmten Läden verbilligte Lebensmittel oder Kleidung kaufen.
  • Wenn Sie sich in einem rechtlichen Streitfall nicht selbst helfen können und einen Anwalt nicht bezahlen können, können Sie Beratungshilfe bzw. Prozesskostenbeihilfe bekommen. Mit dem Beratungsschein, den Sie beim Amtsgericht beantragen müssen, erhalten Sie eine kostenlose Beratung beim Rechtsanwalt. Ob Sie Beratungshilfe bekommen, hängt von der Höhe Ihres Einkommens ab.
  • Bewahren Sie sämtliche Quittungen von Zuzahlungen an Medikamenten, Krankenhausrechnungen etc. auf. Denn die Eigenbeteiligung muss nur bis zu einer bestimmten Grenze erfolgen (ca. 2 % Ihres Jahresbruttoeinkommens). Informieren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, wie hoch die Belastungsgrenze für Sie ist. Sobald Sie diese erreicht haben, können Sie dort einen Antrag auf Befreiung von der Zuzahlung stellen.
  • Reichen auch diese Unterstützungen nicht aus, gibt es die „Grundsicherung“ als Existenzminimum (z. B. Arbeitslosengeld II).