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Die Geburt

Wie und wo möchte ich mein Kind entbinden?

Die Geburt des Kindes ist ein wichtiges Erlebnis für Mutter und Kind. Darum ist es gut, sich schon während der Schwangerschaft zu überlegen, wo Sie Ihr Kind bekommen wollen. Welche Rahmenbedingungen sind Ihnen wichtig? Wer begleitet Sie in die Klinik? Wie können Sie sich auf die Geburt vorbereiten?
Die beste Ansprechpartnerin für solche Fragen ist die Hebamme. Die Kosten für Beratung, Geburtsvorbereitung etc. werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen (siehe Seite 29 f.).
Nehmen Sie möglichst früh Kontakt zu einer Hebamme auf, am besten schon vor der 12. Schwangerschaftswoche.Die "Hebammenliste (1,792 MiB)" mit den Adressen aller Hebammen im Landkreis erhalten Sie bei Ihrem Frauenarzt oder im Gesundheitsamt.

Klinik

Bei einer stationären Geburt bekommen Sie Ihr Kind im Krankenhaus und bleiben dort in der Regel drei bis vier Tage. Sie sind rund um die Uhr betreut, können sich ganz auf Ihr Kind konzentrieren und bekommen vom Klinikpersonal erste Anleitungen zur Versorgung Ihres Kindes.
Bei der ambulanten Geburt entbinden Sie auch im Krankenhaus, können aber etwa zwei bis vier Stunden nach der Geburt mit Ihrem Baby nach Hause gehen. In diesem Fall sollten Sie jemanden haben, der Ihnen den Haushalt führt. Wenn Sie selbst niemanden haben, kann die Krankenkasse bis zu sieben Tage nach der Geburt eine Haushaltshilfe zahlen.

Hausgeburt

Wenn Sie Ihr Kind zu Hause bekommen wollen, in gewohnter Umgebung, werden Sie bei der Hausgeburt von einer Hebamme betreut. Nehmen Sie frühzeitig Kontakt mit einer Hebamme auf, die Hausgeburten betreut. Mit ihr können Sie dann alles Weitere klären.
Eine Alternative zur Hausgeburt ist es, das Kind im Geburtshaus zu gebären. Dabei werden Sie von zwei Hebammen betreut.
Klären Sie vorher mit Ihrer Krankenkasse, welche Kosten sie übernimmt. Weitere Informationen erhalten Sie bei den Geburtshäusern (Seite 156).

In welchem Krankenhaus möchten Sie Ihr Kind entbinden?

Die Krankenhäuser haben unterschiedliche Konzepte, nach denen die Entbindungsstation geführt wird. Anhand der Angebote der einzelnen Kliniken können Sie für sich entscheiden, wo Sie Ihr Kind zur Welt bringen wollen.

Alle Krankenhäuser veranstalten ein- bis zweimal monatlich eine Klinikführung, bei der Sie sich den Kreißsaal anschauen und mit Ärzten und Hebammen über das konkrete Angebot sprechen können.
Die Adressen der Geburtskliniken im Landkreis Böblingen finden
Sie auf Seite 165.

Babyfreundliche Krankenhäuser

Babyfreundliche Krankenhäuser haben ein ganzheitliches Betreuungskonzept, das sich an den körperlichen und seelischen Bedürfnissen von Eltern und Babys orientiert und viele Leistungen umfasst.
Schon in seinen ersten Lebensstunden sollte das Kind viel Hautkontakt haben und menschliche Wärme, Nähe und Geborgenheit erleben. So wird die vertrauensvolle Bindung zwischen Eltern und Kind gefördert. Die Erfahrungen des Kindes unmittelbar nach der Geburt bilden die Grundlage für seine weitere Gefühlsentwicklung. Das Klinikpersonal ermutigt Sie und Ihren Partner zu viel Hautkontakt mit Ihrem Baby.
Das Stillen spielt dabei eine ganz besondere Rolle, denn es fördert positive Gefühle, Vertrauen und Bindung. Muttermilch ist die beste Ernährung für den Säugling – von Anfang an. Aber auch Frauen, die nicht stillen können oder wollen, sind in babyfreundlichen Krankenhäusern gut aufgehoben. Gerade für nicht stillende Mütter ist es wichtig, dass sie beim Aufbau einer guten Beziehung zu ihrem Kind unterstützt werden.
 
Babyfreundliche Krankenhäuser fördern den optimalen Start in eine gute Beziehung mit Ihrem Baby. Sie können rund um die Uhr mit Ihrem Kind zusammen sein (24-Stunden-Rooming-in). Von Beginn an sind auch Ihr Partner und Ihre anderen Kinder in die Pflege und Betreuung des neuen Familienmitglieds einbezogen.

24-Stunden-Rooming-in

Beim 24-Stunden-Rooming-in ist Ihr Kind Tag und Nacht bei Ihnen im Zimmer und Sie können es selbst versorgen. Dadurch wird die Bindung zwischen Ihnen als Mutter und Ihrem Kind gefördert (so genanntes Bonding). Sie lernen Ihr Kind besser kennen (Signale und Hungerzeichen) und wachsen in Ihre Verantwortung hinein. Die Umstellung zu Hause wird für Sie einfacher.

Integrierte Versorgung

Manche Krankenhäuser bieten eine integrierte Versorgung von Mutter und Kind an. Das bedeutet, dass Sie und Ihr Kind von einer Bezugsperson versorgt werden und nicht von mehreren Personen.

Hebammenkreißsaal

Ein Hebammenkreißsaal (wie z. B. in Herrenberg) ist immer ein Zusatzangebot neben einem normalen, ärztlich geleiteten Kreißsaal. Dabei beschreibt der Begriff „Hebammenkreißsaal“ nicht einen Raum, sondern ein besonderes Betreuungskonzept. Ein Hebammenkreißsaal ist quasi ein Geburtshaus innerhalb der Klinik. Hier werden Frauen ausschließlich durch Hebammen betreut.
Viele Frauen wünschen sich, ihr Kind in einer vertrauten Atmosphäre aktiv und selbstbestimmt gebären zu können. Deshalb findet im Hebammenkreißsaal das erste Kennenlernen schon während der Schwangerschaft statt. In zwei Vorgesprächen ist Zeit, Vorstellungen und Wünsche bezüglich der Geburt zu formulieren und sicherzustellen, dass es keine Risiken hinsichtlich der Gesundheit und des Schwangerschaftsverlaufes gibt, die eine Geburt im Hebammenkreißsaal ausschließen würden. So kann ein vertrauensvolles Verhältnis schon vor der Geburt entstehen.
  Während der Geburt selbst haben Frauen im Hebammenkreißsaal eine 1:1 Betreuung. Das heißt: die Hebamme betreut nur eine Frau und nicht mehrere nebeneinander. Kurz vor der Geburt des Kindes kommt sogar noch eine zweite Hebamme hinzu. Im Mittelpunkt der Betreuung im Hebammenkreißsaal stehen immer und ausschließlich das Wohl und die Gesundheit von Mutter und Kind.
Wenn sich im Verlauf der Geburt zeigt, dass doch medizinische Maßnahmen notwendig werden, wird ein Arzt hinzugezogen, der in Kooperation mit der Hebamme die Geburt dann weiter betreut. Bei Bedarf steht also die komplette Sicherheit einer Klinik zur Verfügung – und dies schnell, im gleichen Haus und mit der gleichen Hebamme, die Sie betreut.

Der Hebammenkreißsaal ist für Frauen geeignet, die gesund sind und deren Schwangerschaft normal verläuft. Dies wird in den Vorgesprächen mit Hebammen des Kreißsaales geklärt. Der erste Gesprächstermin sollte zwischen der 27. Und 32. Schwangerschaftswoche liegen und zuvor telefonisch im Kreißsaal vereinbart werden.

Anspruch auf Hebammenhilfe

Auch nach der Geburt haben Sie Anspruch auf Hebammenhilfe: Eine freiberufliche Hebamme kann zehn Tage lang täglich zur Wochenbettbetreuung bei Ihnen vorbeikommen, alle nötigen medizinischen Kontrollen übernehmen und Sie bei der Versorgung Ihres Kindes unterstützen („Nachsorge“). Auch danach sind Hebammenhausbesuche möglich (siehe Seite 24 ff., 29). Suchen Sie sich schon am Anfang der Schwangerschaft eine Hebamme, die Sie nach der Geburt zu Hause betreut.