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Schlaflose Nächte, Schreiattacken, Stress?!

„Das hatte ich mir ganz anders vorgestellt: Mit dem Baby zu Hause würde alles friedlich und harmonisch ablaufen. Jetzt schreit es dauernd, manchmal vier Stunden am Stück und ich weiß nicht mehr, was ich machen soll. Nachts muss ich fünf Mal aufstehen, weil mein Baby nicht durchschläft. Alle andern erwarten, dass ich jetzt glücklich und zufrieden bin. Und ich? Ich kann nicht mehr. Ich bin am Ende. Manchmal hab ich Angst, das nicht mehr zu schaffen und auszuflippen.“

Babys sind etwas Wunderbares. Aber Babys sind auch stressig. Besonders in der ersten Zeit. Es ist normal, sich hilflos und überfordert zu fühlen. Ein Baby braucht Liebe, Zuwendung, Anregung und auch seine Ruhe. Sich auf ein neugeborenes Baby einzustellen und seinen Bedürfnissen gerecht zu werden, ist anstrengend. Gerade in den ersten Wochen und Monaten, wenn schlaflose Nächte zum Alltag gehören, können Sie sich mehr und mehr erschöpft fühlen. Finden Sie heraus, was Ihnen in dieser Zeit gut tut.

Wichtig ist:

  • Bitten Sie Verwandte, Freunde etc., Ihnen zu helfen und Sie zu entlasten.
  • Suchen Sie Kontakte zu anderen Eltern, die in einer ähnlichen Situation sind (siehe nächste Seite). Der Austausch über die Probleme des Alltags beruhigt und hilft.
  • Hebammen, insbesondere Familienhebammen, können Ihnen in der ersten Zeit mit Ihrem Kind mit Rat und Hilfe zur Seite stehen.
  • Scheuen Sie sich nicht, Hilfe von außen in Anspruch zu nehmen. Es gibt verschiedene Beratungsstellen im Landkreis, an die Sie sich wenden können:
    • Schwangerenberatungsstellen (Seite 10)
    • Psychologische Beratungsstellen (Seite 136)
  • In Stuttgart gibt es spezielle Beratung für Eltern von Babys mit Schlaf- und Essproblemen und sogenannte „Schreibabys“:
    • Baby-Sprechzeit in der Kinderklinik (Olgahospital, Seite 178)
    • Psychotherapeutische Babyambulanz (Seite 178)
  • Vorträge zu bestimmten Erziehungsthemen oder Elternkurse können Sie als Eltern unterstützen. Informationen erhalten Sie außer in der Zeitung beim Jugendamt (Familie am Start, Seite 146), bei den Volkshochschulen (Seite 189) oder Familienbildungsstätten (Seite 147 f.).

Manche Mütter sind nach der Geburt über längere Zeit viel trauriger, ängstlicher oder erschöpfter als früher. Manche leiden unter Schuldgefühlen, Konzentrationsstörungen oder sind sehr zwiegespalten ihrem Kind gegenüber. Dann könnte es sein, dass sie unter einer sogenannten „Wochenbettdepression“ leiden. Der Begriff ist (etwas) irreführend, weil diese Depressionen nicht nur kurz nach der Geburt auftreten können, sondern auch schon während der Schwangerschaft. Oder auch erst ein Jahr nach der Geburt. Wenden Sie sich dann möglichst schnell an Ihre Hebamme, eine Familienhebamme, Ihren Hausarzt oder eine Schwangerenberatungsstelle (Seite 10). Bei der Selbsthilfeorganisation www.Schatten-und-Licht.de finden Sie weitere Informationen.