Ausgewogene Ernährung

Oft wird gesagt, dass man in der Schwangerschaft „für Zwei essen“ muss. Das stimmt nur teilweise. In der Schwangerschaft steigt Ihr Bedarf an Nährstoffen, Vitaminen und einigen Mineralstoffen deutlich an. Aber der Energiebedarf z. B. in Form von Kalorien bleibt fast gleich. Das bedeutet, dass Sie in der Schwangerschaft vor allem auf die Qualität Ihrer Lebensmittel achten sollten und nicht pauschal mehr und größere Mengen essen sollten. Erst ab dem 6. - 7. Schwangerschaftsmonat benötigen Sie auch ein bisschen mehr Kalorien (ca. 10 % bzw. 250 kcal). Das wäre pro Tag z. B. ein Joghurt mit Früchten oder eine Scheibe Vollkornbrot mit Käse (oder Wurst) und etwas Gemüse.

Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung in der Schwangerschaft, damit Sie bei der gleichen Menge an Lebensmitteln trotzdem Ihren erhöhten Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen decken können.

Die wichtigsten Tipps zur Ernährung:

viel: Getränke und pflanzliche Lebensmittel

  • zu jeder Mahlzeit 1 - 2 Gläser trinken (am besten Wasser oder ungesüßten Tee)
  • Gemüse (roh, Salat oder gegart)
  • frisches Obst
  • öfter Vollkorn und Kartoffeln, da z. B. Vollkornbrot mehr Eisen und Magnesium enthält als Weißbrot

mittel: tierische Lebensmittel

  • Milchprodukte (z. B. Käse, Milch, Joghurt, Quark) um den Kalziumbedarf zu decken
  • ab und zu (mageres) Fleisch oder Wurstwaren, da Fleisch viel Eisen enthält
  • wöchentlich Seefisch, da dieser wertvolle Omega-3-Fettsäuren enthält
  • höchstens 2 - 3 Eier pro Woche

wenig: Fette, Zucker und Salz

  • Fette und Öle sparsam einsetzen. Pflanzliche Öle sind generell besser geeignet. Vor allem Rapsöl hat eine besonders gute Zusammensetzung und ist für Salat, zum Kochen, Braten und Backen geeignet.
  • Zucker und Süßwaren dürfen Sie sich ab und zu gönnen, jedoch in kleinen Mengen.
  • Speisen lieber mit Gewürzen und Kräutern abschmecken als mit Salz. Wenn Sie Salz benutzen, dann Jodsalz.

Was darf ich nicht essen?

Essen Sie keine rohen Lebensmittel vom Tier wie Fleisch, Fisch, Eier oder Rohmilch. Diese können Krankheiten wie Listeriose oder Toxoplasmose übertragen, die Ihr Baby im Mutterleib schädigen können. (Toxoplasmose wird auch durch Katzenkot übertragen. Während der Schwangerschaft können Sie testen lassen, ob Sie immun gegen Toxoplasmose sind. Falls nicht, lassen Sie Ihr Katzenklo von anderen putzen!)

Ständige Kontrolle und Verzicht sind gar nicht notwendig. Vielleicht schaffen Sie es ja, täglich ein bisschen mehr Obst, Gemüse, Vollkorn oder Milchprodukte als vor der Schwangerschaft zu essen. Diese kleine Veränderung wirkt sich bereits positiv auf Sie und das Ungeborene aus.

Sind Nahrungsergänzungsmittel notwendig?

Grundsätzlich können Sie mit einer ausgewogenen Ernährung Ihren Körper mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen. In der Schwangerschaft ist der Bedarf an bestimmten Nährstoffen viel größer. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt die zusätzliche Einnahme von Folsäure und Jod in der Schwangerschaft. Manche Frauen bekommen von ihrer Frauenärztin aufgrund ihrer Blutwerte und weiterer Untersuchungen weitere Präparate wie z.B. Eisen oder Magnesium verordnet. Besprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt, ob Sie Nahrungsergänzungsmittel nehmen sollten und wenn ja, welche. Wenn Sie sich vegetarisch oder vegan ernähren oder unter starken Lebensmittelallergien und Unverträglichkeiten leiden, sprechen Sie am besten mit einer Ernährungsberatung (z. B. bei Ihrer Krankenkasse), um zu klären, ob Sie zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel wie z. B. Kalzium, Vitamin D oder DHA (Fettsäuren) einnehmen sollten.

Werden die Kosten für Nahrungsergänzungsmittel von der Krankenkasse übernommen?

Die meisten Krankenkassen bezahlen nur verordnete Arzneimittel (z. B. Eisen). Nahrungsergänzungsmittel wie z. B. Folsäure, Jod oder Kombinationspräparate, in denen zusätzlich Vitamine, Mineralstoffe usw. enthalten sind, werden von den meisten Krankenkassen nicht übernommen und müssen selbst bezahlt werden. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, was genau übernommen wird und reichen Sie die Rezepte und Kassenbelege ggf. ein.

Kann ich mein ungeborenes Baby vor Allergien schützen?

Wichtig ist, dass Sie nicht rauchen (aktiv und passiv!) und sich ausgewogen ernähren. Eine bestimmte Diät ist nicht notwendig. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass Ihre Wohnung frei von Schimmel ist.

Kontakt

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(staatlich anerkannt nach § 219 StGB)
Landkreis Böblingen
Gesundheitsamt
Dornierstraße 3
71034 Böblingen
Tel 0 70 31 / 663 - 1717
(auch Sprechstunden in Herrenberg und Leonberg)
PC-Fax 0 70 31 / 663 - 91717
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  • Brigitte Binder-Kirn
  • Claudia Borchers
  • Katja Klingler
  • Cornelia Stark